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Ausgabe 7/2017

Die Ankunft

Ich kann mich gut erinnern, dass ich als Bub die Vorstellung hatte, Abenteuer habe mit Abend zu tun. Mit Zwielicht, Mondschein und geheimnisvollen Waldgeräuschen. Inhaltlich lag ich da gar nicht so weit entfernt von den mittelalterlichen "Adventüren", auf denen sich junge Ritter in der Wildnis zu bewähren hatten. Etymologisch war ich allerdings noch völlig unbefleckt. Schliesslich genoss ich kein Frühfranzösisch und hatte auch nicht das Glück, in einem zweisprachigen Umfeld aufzuwachsen. Erst mit dem Wort "aventure" kam ich dann auf die Idee (oder es wurde mir wohl von der Französischlehrerin erklärt), dass ein Zusammenhang mit dem lateinischen advenire, ankommen, besteht. Wenn wir nun, im Advent, unsere Zielerreichung 2017 kritisch überprüfen, dann gehört zur Bilanz doch das eine oder andere bestandene Abenteuer. Alle, die wir in der Kultur tätig sein dürfen oder die wir dem kulturellen Leben zugetan sind, begeben uns immer wieder auf abenteuerliche Wege. Wir wagen das Unbekannte, haben Visionen, streben nach neuen Erkenntnissen. Das Berner Kulturjahr hatte uns diesbezüglich sehr vieles zu bieten.

Die Auseinandersetzung mit dem Gurlitt-Erbe gehört dazu, genauso wie herausragende Stadttheateraufführungen in Bern und Biel und Begegnungen mit Lebendigen Traditionen oder Festivalkonzerten im Oberland. Das "An-Land-Gehen" zusammen mit der HKB im Naturpark Chasseral oder die neue Dauerausstellung im Museum für Kommunikation mit ihren frisch ausgebildeten Kommunikatorinnen und Kommunikatoren sind für mich Marksteine in der Kulturvermittlung.

Amtsintern gab es in allen drei Abteilungen Abenteuer zu bestehen. Bei der Kulturförderung war dies in erster Linie die Erarbeitung der Kulturstrategie mit den zahlreichen öffentlichen Anlässen und den inhaltsreichen Feedbacks, die uns auf der Wegsuche unterstützten. In der Denkmalpflege bringt uns das Direktionsprojekt zur Reduktion des Bauinventars mit dem immensen Kulturerbe des Kantons in Tuchfühlung. Und im Archäologischen Dienst konnten grosse Fortschritte im Bereich der Auswertung und Publikation bedeutender Grabungen gemacht werden. In allen drei genannten Bereichen haben wir erst Teilziele erreicht. Aber es darf alle Beteiligten mit Freude und sogar Stolz erfüllen, dass wir diese mehrfach übertroffen haben.  

Manches, das im Kulturjahr 2017 erst in die Wege geleitet wurde, wird uns 2018 beschäftigen, viel Arbeit und hoffentlich viel Anregung und Bereicherung bieten. Dabei wird wiederum manches Abenteuer zu bestehen sein. Die Wahl von Patricia Kopatchinskaja zur neuen Leiterin der Camerata Bern gehört für mich zu den äusserst reizvollen Perspektiven. Die politische Diskussion der überarbeiteten Kulturstrategie wird uns in der kantonalen Kulturpolitik voranbringen. Die Zukunftssicherung des Alpinen Museums wird alle Beteiligten noch stark fordern. Neue archäologische Grossgrabungen werden uns viele neue Erkenntnisse über die Vorgeschichte unseres Kantons bescheren. Und schliesslich wird das Europäische Jahr des Kulturerbes unseren Blick auf die Baukultur und die Traditionen des Kantons schärfen.

"Es sind immer die Abenteurer, die grosse Dinge vollbringen", sagte der französische Philosoph Montesquieu. In diesem Sinne wünsche ich allen Abenteurerinnen und Abenteurern im Kulturkanton Bern viel Erfolg und gute Ankunft im neuen Jahr!  

Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur


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