Höhere Fachschulen
Für die Ausbildung von Fach- und Führungspersonen kommt den höheren Fachschulen in der Arbeitswelt eine grosse Bedeutung zu. Die Absolventinnen und Absolventen werden befähigt, selbstständig Fach- und Führungsverantwortung zu übernehmen und / oder komplexe Arbeit zu verrichten. Die Bildungsgänge sind praxisorientiert. Sie fördern insbesondere die Fähigkeit zu methodischem und vernetztem Denken, zur Analyse von berufsbezogenen Aufgabenstellungen und zur praktischen Umsetzung der erworbenen Kenntnisse.
Positionierung
Die höheren Fachschulen positionieren sich gemeinsam mit den eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen im nichthochschulischen Tertiärbereich (Tertiär B). Die Bildungsgänge bauen auf der Sekundarstufe II auf. Im Zentrum stehen konkrete Problemstellungen aus den Bereichen Dienstleistung, Betrieb, Werkstatt und Produktion. Markenzeichen der Bildungsgänge sind die hoch stehende Qualifikation für die Praxis und ein entsprechend ausgewogener Theorieteil. Bildungsziel ist die Vermittlung höherer beruflicher Qualifikationen und die Vorbereitung auf Fach- oder Führungsfunktionen. Neben Bildungsgängen in den Landessprachen können seit 2005 auch solche in Englisch anerkannt werden.
Zusätzlich zu den Bildungsgängen können an den höheren Fachschulen auch Nachdiplomstudien angeboten werden. Diese erlauben eine weitere Spezialisierung und Vertiefung von Fach- und Führungskompetenzen. Die Absolventen erhalten ein Diplom und dürfen den entsprechenden Titel (NDS HF) führen.
Bereiche
Die Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen regelt folgende Bereiche:
- Technik
- Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft
- Wirtschaft
- Land- und Waldwirtschaft
- Gesundheit
- Soziales und Erwachsenenbildung
- Künste, Gestaltung und Design
- Verkehr und Transport
Es können in insgesamt 52 verschiedenen Fachrichtungen Bildungsgänge abgeschlossen werden. Schweizweit existieren rund 400 Bildungsgänge an höheren Fachschulen.
Angebote im Kanton Bern
Die höheren Fachschulen stellen zur Zeit schweizweit jährlich rund 4'000 Diplome aus. Mit der Integration der Bereiche Gesundheit, Soziales und Kunst wird sich die Zahl der ausgestellten Diplome in den nächsten Jahren voraussichtlich verdoppeln.
Rahmenlehrpläne
Jeder Bildungsgang beruht auf einem Rahmenlehrplan, den die Bildungsanbieter zusammen mit den Organisationen der Arbeitswelt erarbeiten. Auf Antrag der Eidgenössischen Kommission für höhere Fachschulen genehmigt das BBT die Rahmenlehrpläne. Diese regeln unter anderem das Berufsprofil, die zu erreichenden Kompetenzen, die Titel, die Bildungsbereiche und deren zeitliche Anteile. Rahmenlehrpläne dienen dazu, die höheren Fachschulen besser zu positionieren. Sie tragen auch dazu bei, dass die angestrebten Qualifikationen mit dem Qualifikationsbedarf der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts möglichst übereinstimmen.
Titel für Bildungsgänge und Nachdiplomstudien
Im Diplom wird der entsprechende Titel mit "dipl." und den Ergänzungen "HF" und "NDS-HF" aufgeführt. Die Titel können mit der Bezeichnung der Fachrichtung ergänzt werden. Z.B: "dipl. Technikerin HF Holzbau", "dipl. Betriebswirtschafter HF" oder "dipl. HotelmanagerIn NDS HF".
Weitere Informationen
Kontakt
Mittelschul- und Berufsbildungsamt
Abteilung Berufsfachschulen (ABS)
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